Journalist Glöckel startet Ausstellungsreihe zum Thema Frauenhandel

Ausschnitt aus dem Exponat ALLTAG | Foto: Gloeckel.info

Die Künstlerin I.C.H. kreierte auf Grundlage der investigativen Recherche, die der Journalist Walter Egon Glöckel mit dem Sachbuch „Das Foetibus Projekt“ publizistisch umsetzte, sechs außergewöhnliche Kunstobjekte, die sie als „Bilder-Buch“ tituliert. Dabei entnahm I.C.H. aus dem Buch sechs Themenschwerpunkte, die darin durch Realschilderungen erfaßt sind, und gestaltete zu diesen jeweils ein Bild mit den von ihr ausgewählten Buchseiten. In bestimmter Reihenfolge stellt sie bei fünf Werken mit jeweils einem Schlagwort eine Frage: SPASS?ALLTAG?WARUM?WÜRDE? und WUNDEN? Beim einzigen Exponat, das mit keiner Frage verbunden ist, handelt es sich um das Werk „GLAUBE„. Dieser hat nach Schilderungen und Wahrnehmung des Autors einen sehr wichtigen Aspekt im täglichen Leben der beiden Opfer aus der Dominikanischen Republik dargestellt. So verging kein Tag, während des Aufenthaltes des als „Clubleiter“ in dem illegalen Bordell beschäftigten Journalisten in Füssen (Bayern), an dem die Opfer des Menschenhandels nicht in ihrer kleinen Heiligen Schrift gelesen haben.

Das Foetibus ProjektDie Konzeption der Werke zeigt nicht alleine den Verbrechensfall in Deutschland auf, der bis heute noch ungestraft blieb, sondern zeigt in einer einzigartigen künstlerischen Umsetzung den Frauen- und Menschenhandel und dessen Auswirkungen auf das weibliche Individuum in einer bis dato ungezeigten Form. Der Betrachter wird mit einem „Bilder-Buch“ konfrontiert, das plakativ auch beispielsweise die Niederträchtigkeit der Täter aufzeigt. Nachdenken, diskutieren und verändern, ist das angestrebte Ziel, der großformatigen Kunstwerke (90 x 80 cm), die auch Interessenten von Veranstaltungen zum Thema Frauen- und Menschenhandel zur Verfügung stehen.

Dr. Herbert Lazslo, ein Kollege den Glöckel sehr schätzte, schrieb über „Das Foetibus Projekt“ (Auszug)

Dieses Buch ist nicht nur jenen zu empfehlen, die sich für die Hintergründe und Untiefen des semilegalen Nachtlebens in der deutschen Provinz interessieren, sondern es stellt auch ein Lehrbuch über investigativen Journalismus dar, das in keiner Fachbibliothek fehlen sollte.

Es bleibt abzuwarten, wie die Öffentlichkeit, aber auch die Justiz auf die Ausstellung reagieren werden, denn die Justiz schwieg seit Buchveröffentlichung im September 2003!