Buchauszug 1

Ich mußte von C. erfahren, daß die Grenzbeamten die Polinnen nicht einreisen ließen. Für jede Person, die aus bestimmten Ostländern nach Deutschland einreisen wollte, bedarf es des Vorweisens von 500.- Euro an der Grenze. Der Pole hatte die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. C. war es nicht erklärlich woran es lag. Sein Mieter, der polnische Handwerker hatte sich nur kurz telephonisch bei ihm gemeldet. Ich fragte nach, ob der Pole ein Mann sei, der viel blabla redet, worauf er antwortete: „Normalerweise nicht.“ Die Polinnen würden also gegenwärtig flachfallen sagte ich, worauf er antwortete: „Zumindest bis ich sie selbst organisiert habe“. Natürlich artikulierte ich meine Unzufriedenheit angesichts der Vorgänge, war doch mein Einkommen mit dem Erfolg des Unternehmens verknüpft. In 3 Tagen sollten die Beiden aus der Dominikanischen Republik anreisen und der festgelegte Öffnungstermin am 20.3., ihrem Anreisetag, hielt ich nicht für zweckmäßig, doch C. beharrte darauf.

Der Anreisetermin für die Dominikanerinnen war bereits ins Wanken geraten, da das Geld nicht zum vereinbarten Termin des 13. März in der Dominikanischen Republik einlangte. In diesem Punkt war C. sehr bemüht, mir alle damit verbunden Vorgänge mittels des Schriftverkehrs nachzuweisen. Über seine österreichische Bankverbindung (Bank sowie deren Sachbearbeiterin ist namentlich bekannt) veranlaßte er rechtzeitig am 27.2., die Überweisung. Eine Drittbank, über die die Zahlung der 2.000.- US Dollar in der Dominikanischen Republik lief, leitete das Geld jedoch nicht an das Institut, wo die Agentur ihr Konto hat, weiter. Ein Erhebungsauftrag seiner österreichischen Bankverbindung bestätigte diesen Sachverhalt. Er war sauer darüber, daß er am Samstag den Gesamtbetrag neuerlich mit internationalem Bargeldtransfer verschicken mußte. Im Zusammenhang mit den Flugkosten wurde extra von ihm ein günstiger Flug gebucht, der auf einen bestimmten Termin festgelegt war, um Geld zu sparen. Jeder von diesem Zeitpunkt abweichende Flugplan hätte auch seine Börse mehr belastet, dies war der Grund weshalb er es auf sich nahm und am Samstag das Geld nochmals schickte.

„Was ist nun mit ihrer Untersuchung und dem HIV-Test?“ lautete meine Frage worauf er nur lapidar antwortete: „Ich würd´ es einfach ignorieren“ und was die Pille oder 3-Monatsspritze betraf bekam ich nur zu hören, daß wir das dann hier angehen würden. Nochmals fragte ich ihn, ob die Mädchen wirklich wissen, wofür sie kommen würden, worauf er antwortete: „Die wissen, daß sie nur zum Bumsen da sind“. Es fehlten Mädchen und ich wollte von ihm hören, was er jetzt zu unternehmen gedenkt. Mittelfristig beabsichtigt er den Bezug von weiteren Damen aus der Dominikanischen Republik  auszuweiten, bis die jedoch wegen der Formalitäten anreisen könnten, würde noch Zeit vergehen. Die Agentur hatte ihm bereits aus ihrem Katalog ein neues Angebot über einen Damenbezug per Email geschickt, das er mir zur Begutachtung vorlag.

Mensch als Ware - Bestellung aus dem KatalogDas neue Angebot aus dem Katalog von Klaus S., alias Maier Michael vom 18.3.2003

Ob es denn klug wäre, alle Damen aus einem Land zu beziehen, fragte ich wegen der möglichen Packelei unter den Prostituierten. Er wird es jetzt selbst in die Hand nehmen und wahrscheinlich nach Bulgarien fahren. Am gestrigen Abend habe er mit einem Bulgaren, denn er kennt, telephoniert und heute um 12 Uhr ruft seine Lebensgefährtin „… da unten an“, wie mit ihm vereinbart wurde. Da soll sie erfahren, ob er Mädchen aufstellen kann oder nicht. Wenn das so ist, dann kann C. ihm die notwendigen 500.- Euro für den Geldnachweis an der Grenze übertragen. Dann folgen noch die Anweisungen über die tägliche Arbeitsaufteilung. C. fordert mich auf, mir Gedanken über die Texte der Inserate zu machen und dann kommen wir zu der Getränkekarte. Es verwundert mich, daß er alle Preise nochmals nach unten korrigiert. Seine Begründung lautet, daß die Ware nicht extra angekauft werden mußte, sondern ein Restbestand war. Er rechnete mir vor, daß ihm ein paar Euro genügen, ob die Mädchen in Anbetracht der Schnäppchenpreise bei dem Piccolo nur ein paar Cent abbekommen, interessierte ihn nicht, “Dann müßten sie halt mehr verkaufen”, bekam ich zu hören.

Inge M. erweiterte angesichts des Zeitdrucks auch ihre Bemühungen und hat auch ihr ehemaliges Au-pair-Mädchen nach Bezugsmöglichkeiten für Prostituierte gefragt. Diese lasse jedoch die Finger davon und will damit nichts zu tun haben. Aber sie hatte auch Kontakte, die sich darum kümmerten, wie unter anderem eine Angehörige.